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Anatomie der weiblichen Brust

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Nursing Babies (30K)
Diese Bilder zeigen, wie wichtig das Stillen für Säuglinge ist.


Einleitung


In Anbetracht der Aufmerksamkeit, die die weibliche Brust auf sich zieht, ist es erstaunlich, dass so wenig Informationen über ihre Anatomie und Funktion verfügbar sind. Ich musste schon einige Literatur durcharbeiten, um ein Buch zu finden, das bei diesen Themen ins Detail geht. Überraschenderweise haben Bücher, von denen man annehmen würde, dass sie diese Themen behandeln, so gut wie nichts zu bieten. Ein Buch über das Stillen enthielt wenig, wohingegen etliche Bücher zum Thema Brustkrebs diese Themen überhaupt nicht ansprachen. Vielleicht, weil in der amerikanischen Gesellschaft die weibliche Brust anderen Zwecken dient als ihr ursprünglich zugedacht waren: als Nahrungsquelle für unsere Kinder, zur Stärkung ihrer Abwehrkräfte und um emotionale Geborgenheit zu vermitteln. Bedauerlicherweise war die detailreichste Quelle ein Buch über plastische Chirurgie der Brust!


Anatomie


Jede Brust besteht aus fünfzehn bis zwanzig Lappen Drüsengewebe. Die Anzahl der Lappen ist unabhängig von der Größe der Brust. Jeder Lappen besteht aus tausenden kleiner Drüsen, den Alveolen. Diese Drüsen sind über Kanälchen miteinander verbunden, wie Weintrauben an einer Rebe. Die Alveolen produzieren während der Stillzeit Milch und andere Substanzen. Jeder Lappen endet in einem Milchgang, der zur Brustwarze führt. Es enden fünfzehn bis zwanzig Milchgänge an der Brustwarze, und folgerichtig hat diese auch so viele Öffnungen. Hinter der Brustwarze erweitern sich die Milchkanäle und bilden eine kleine Kammer, den Sinus lactiferi. Jeder Sinus hat 2-4 mm (0.08-0.16 Inch) Durchmesser. Fett- und Bindegewebe umgeben die Lappen aus Drüsengewebe. Die Menge des Fettgewebes ist von einer Reihe von Faktoren wie z.B. Alter, Körperfettanteil und genetischer Veranlagung abhängig. Durch Coopers Ligamente ist der Brustkorb mit der Haut der Brust verbunden, was ihr ihre Form und Elastizität gibt.


Breast Anatomy 7 (75K)
Aus dem Buch The Johns Hopkins Atlas of
Human Functional Anatomy Fourth Edition

Copyright 1977,1980, 1986, 1997 The Johns Hopkins University Press
Edited By: George D. Zuidema, M.D.
ISBN 0-8018-5651-5
ISBN 0-8018-5652-3 Pbk.


Brustwarze und Warzenhof sind ungefähr in der Mitte der Brust zu finden. Sie haben meistens eine andere Farbe und Struktur als die umgebende Haut. Die Farbe variiert von zartrosa nach schwarz und vertieft sich während Schwangerschaft und Stillzeit. Die Struktur kann von ganz glatt bis faltig und verbeult reichen. Der Warzenhof ist die pigmentierte Fläche, die die Brustwarze umgibt. Die Größe beider variiert beträchtlich von Frau zu Frau, und ein kleiner Unterschied zwischen den Brüsten einer Frau ist durchaus nomal. Brustwarzen und Warzenhof sind aus glatten Muskelfasern und einem dichten Geflecht aus Nervenendungen zusammengesetzt. Die Brustwarze richtet sich durch eine Muskelanspannung auf, nicht durch Einströmen von Blut (im Unterschied zum Penis, Anm. d. Ü.) Steife Brustwarzen sind nicht notwendigerweise ein Zeichen sexueller Erregung. Die Warzen richten sich durch eine Vielzahl von Reizen auf, die nicht sexueller Natur (z.B. Kälte, Anm d. Ü.) sind, und sie müssen nicht steif sein, wenn die Frau erregt ist. Auf der Fläche des Warzenhofes finden sich die Öl produzierenden Montgomerydrüsen. Diese Drüsen können kleine erhabene Hügel bilden und reagieren auf den Menstruationszyklus. Sie schützen die Brustwarze während der Stillzeit und halten die Haut geschmeidig. Die Brustwarze ragt üblicherweise aus der Brust heraus. Einige Brustwarzen zeigen aber auch in die Brust hinein oder sind gänzlich flach. Erstere heißen invertierte Brustwarzen, aber weder diese noch die flache Form hat negative Auswirkungen auf das Stillvermögen einer Frau.


Breast Anatomy 8 (71K)
Aus dem Buch A New View of a Woman's Body
Copyright 1981, The Federation of Feminist Women's Health Centers
Illustrated By: Suzann Gage, L Ac, RNC, NP
ISBN 0-9629945-0-2 Pbk.


Stillzeit


Obwohl die Schwangerschaft die Brust auf das Stillen vorbereitet, löst sie jedoch nicht die Milchproduktion aus. Während der Schwangerschaft vergrößern sich die Brüste üblicherweise, weil die Größe der Alveolen aufgrund des erhöhten Östrogenspiegels ansteigt. Die Milchproduktion beginnt erst einige Tage nach der Geburt, wenn das Neugeborenen an der Brust saugt. Die ersten Tage davor bekommt der Säugling das Kolostrum, das wichtig für das kindliche Immunsystem ist. Wenn das Baby an der Brustwarze saugt, wird der Hypothalamus im Gehirn stimuliert, und der veranlasst die ebenfalls im Gehirn befindliche Hirnanhangdrüse, die beiden Hormone Prolactin und Oxytocin freizusetzen. Prolactin regt die Milchproduktion an, Oxytocin verursacht eine Kontraktion der Muskelfasern, die die Alveolen umgibt, wie auch die Muskeln der Gebärmutter. Wenn sich die Muskeln um die Alveolen zusammenziehen und die Milchsekretion beginnt, kann das zu intensiven Gefühlen in der Brust und einem Austreten der Milch aus der Brustwarze führen. Das Schreien des Babys kann bereits den Milchfluss auslösen, was zeigt, dass die Milchproduktion von psychischen und Umgebungseinflüssen genauso ausgelöst werden kann wie vom Stillvorgang an sich. Zwischen den Mahlzeiten des Säuglings wird etwas Milch, die Vormilch, in den Alveolen und den Sinus lactiferi (Milchreservoirs) gespeichert, aber die Hauptmenge wird bei Bedarf produziert. Die Brüste speichern also im Grunde keine Milch, sondern produzieren sie nach Bedarf. Je mehr Bedarf, desto mehr wird produziert. Die Brüste sollten also nicht mit Milchflaschen verwechselt werden.


Breast Anatomy 9 (14K)
Aus dem Buch A New View of a Woman's Body
Copyright 1981, The Federation of Feminist Women's Health Centers
Illustrated By: Suzann Gage, L Ac, RNC, NP
ISBN 0-9629945-0-2 Pbk.


Sexuelle gegen mütterliche Funktionsweise der Brust


Sie mögen sich fragen, warum ich erklärte, wie die Brüste Milch produzieren, bevor ich auf ihre Funktion beim Sex eingehe. Schließlich ist dies eine Website über Sexualität. Ob Sie es glauben oder nicht: Ich habe die Funktionsweise der Brüste beim Sex damit bereits beschrieben. Heutzutage ist jedoch die Annahme weit verbreitet, dass die weibliche Brust zwei voneinander strikt getrennte Funktionen im Leben einer Frau hat: eine sexuelle und eine mütterliche. Es wäre nicht ganz richtig zu sagen, dass die Brüste während des Sex und in der Stillzeit gleich funktionieren. Es verhält sich vielmehr so: Alles, was die Brust dazu befähigt, ein Kind zu nähren, dient gleichermaßen dazu, sexuelle Freuden zu bereiten.


Es gibt keinen magischen Schalter, der die Rolle der Brust von sexuell auf mütterlich umstellt. Auch wenn viele Männer und Frauen das glauben mögen: Es gibt ihn definitiv nicht. Dieser Glaube führt dazu, dass Frauen sich ihrer Brüste schämen oder sich sogar zeitweise davon abgestoßen fühlen.Wenn eine Frau ihr Kind stillt, erwartet sie, dass ihre Brüste anders reagieren und das Ganze sich anders anfühlt, als wenn ihr Partner sie sexuell stimuliert. Sie erwartet möglicherweise, keine sexuelle Befriedigung beim Stillen zu empfinden, obwohl dies tatsächlich oft der Fall ist. Wenn wir dagegen annehmen, dass es bei der Brust nur eine einzige Funktionsweise gibt, wird es einfacher, ihre Rolle beim Sex und in der Stillzeit zu verstehen.


Warum sind Brustwarzen so oft empfindlich auf Berührungen? Die wahrscheinlichste Antwort ist: um eine Mutter für das Stillen der Kinder zu belohnen. Die Natur hat eine positive Rückkopplung eingebaut, die Frauen ermuntert, ihren Kindern die Brust zu geben. Es mag nicht allein Mutterinstinkt sein, der Frauen dazu bringt, ihre Kinder zu stillen. Die Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur, die durch die Stimulation der Brustwarze ausgelöst werden, lösen eine raschere Rückbildung der Gebärmutter aus. Vielleicht ist die Mutter dadurch besser in der Lage, sich um ihr Kind zu kümmern und es zu beschützen. Auf dieselbe Art löst ein Orgasmus die Kontraktion der Gebärmutter aus. Der Zusammenhang zwischen der Stimulation der Brustwarzen, sexueller Erregung und Orgasmus, den einige Frauen erfahren, ist kein Zufall, obwohl sein eigentlicher Zweck nicht sexueller Natur ist, auch wenn es die Frau sehr häufig so erlebt. Rufen wir uns ins Gedächtnis, dass es die Gesellschaft ist, die einen Unterschied zwischen sexueller und mütterlicher Funktionsweise definiert. Es hat seinen Grund, warum unser Körper so reagiert, wie er es tut, auch wenn das nicht immer in Übereinstimmung mit dem steht, was die Gesellschaft von ihm erwartet.


Eine Studie von Masters und Johnson fand heraus, dass in einer Gruppe von zwanzig Frauen bei den vier Frauen, die ihr Kind mindestens zwei Monate lang gestillt hatten, das Bedürfnis nach Sex viel schneller wiederkehrte als bei den Frauen, die nicht stillten. Die ersteren waren bis zur Plateauphase erregt und drei hatten einen Orgasmus beim Stillen bekommen. Wie bereits erwähnt, kann das Einschießen der Milch ziemlich intensive Gefühle hervorrufen. Außerdem sind da noch die oben beschriebenen hormonellen und nervlichen Verbindungen zwischen Brustwarzen und Gebärmutter.


Gesellschaft im Konflikt mit der Biologie


Unglücklicherweise gab es zumindest eine Frau in den USA, die im Gefängnis landete, weil sie zugab, sexuelle Gefühle zu haben, wenn sie ihr Kind stillte. Sie fragte telefonisch um Hilfe nach, um herauszufinden, ob sie "normal" wäre. Statt Hilfe bekam sie das Kind weggenommen und sie fand sich im Gefängnis wieder. Zwar wurde sie wieder freigelassen und bekam ihr Kind zurück, aber ich bin mir sicher, dass es für beide ein traumatisches Erlebnis war. Eine Frau erzählte mir, dass ihre kleine Tochter Probleme beim Stillen habe. Sie vermutete, dass diese Schwierigkeiten daher rührten, das es der Tochter bewusst geworden sei, das diese Intimität zwischen Frauen als unangemessen angesehen würde. Ich frage mich, ob es nicht vielmehr die Mutter war, der nicht recht wohl war bei den sexuellen Empfindungen, die sie beim Stillen ihrer Tochter empfand. Dies zeigt, wie Missverständnisse über die Brüste deutliche und negative Auswirkungen auf Frauen und damit auch auf deren Kinder haben können.


Empfindlichkeit


Die Empfindlichkeit der weiblichen Brust für eine Stimulation variiert beträchtlich von einer Frau zur nächsten. Es gibt Frauen, deren Brüste extrem empfindlich auf ihre eigenen Berührungen oder auf die ihres Partners reagieren. Genauso viele spüren dabei überhaupt keine angenehmen Gefühle. Die Gründe dafür werden sowohl als psychischer wie auch physischer Natur angesehen. Einige Frauen haben mehr Sinneszellen in ihren Brustwarzen als andere. Auch die Beziehung einer Frau zu ihren Brüsten hat einen Einfluss auf deren wahrgenommene Empfindlichkeit. Wenn sie ihre Brüste mag und eine positive Einstellung ihnen gegenüber hat, ist sie offener für die physischen Empfindungen, die diese produzieren. Schließlich wird sie diese Gefühle dann auch als angenehm wahrnehmen. Wenn eine Frau, warum auch immer, unzufrieden mit ihren Brüsten ist, wird sie weniger offen gegenüber den Gefühlen sein, die die Brüste hervorrufen, und diese nicht bewusst wahrnehmen. Wenn sie überhaupt Gefühle wahrnimmt, wird sie diese viel seltener als angenehm erleben. Der Menstruationszyklus beeinflusst die Empfindlichkeit ihrer Brüste oft, die Brüste vieler Frauen werden so empfindlich, dass jede sexuelle Stimulation unerträglich wird. Die Empfindlichkeit der Brüste auf Stimulation kann sich während der Schwangerschaft und Stillzeit aufgrund von psychischen und physischen Veränderungen, die eine Frau in dieser Zeit durchläuft, extrem verändern. Eine Frau kann einen Orgasmus haben, während sie ihr Kind stillt, und ihre Brüste sind eine Viertelstunde später nicht mehr empfänglich für eine Stimulation durch ihren Partner, oder umgekehrt. Es gibt einfach keine allgemein gültige Regel für die Empfindlichkeit der Brust, die für alle Frauen zutrifft.


Der Zusammenhang zwischen Stimulation der Brust, sexueller Erregung und genitalen Empfindungen, den einige Frauen erleben, ist das Ergebnis der bereits erwähnten nervlichen und hormonellen Verbindungen. Die beiden Hormone werden während der Stimulation der Brustwarzen ausgeschüttet, unabhängig davon, ob eine Frau schwanger war oder gestillt hat. Dies wird durch die Tatsache deutlich, dass die Brüste einiger Frauen von der Pubertät an immer ein wenig Milch produzieren oder es Frauen gibt, die ihre adoptierten Kinder stillen können. Wurde die Brustwarze einer Frau häufig in einer Weise stimuliert, wie es ein Säugling an ihrer Brust tun würde, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie Milch produziert. Eine Frau muss dafür die Stimulation nicht als angenehm erleben. Einige unserer körperlichen Reaktionen sind sehr komplex und entziehen sich unserer Kontrolle.


Brustgröße und Empfindlichkeit


Die Größe der Brüste einer Frau hat keinen Einfluss darauf, ob sie deren sexuelle Stimulaton genießen kann oder nicht. Seit Brüste in der westlichen Gesellschaft Sexualobjekte wurden, wurden große Brüste als Zeichen stark ausgeprägter Sexualität angesehen. Eine Frau mit großen Brüsten wird oft als sexuell aktiver angesehen als eine Frau mit kleinen Brüsten. Bedauerlicherweise werden die kleinen Brüste einer Frau auch von deren Partner, wohl aufgrund falscher Erwartungen, häufig unbeachtet gelassen, wohingegen bei Frauen mit großen Brüsten diese oft zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Abgesehen von der Erwartung sind große Brüste nicht empfindlicher für sexuelle Stimulation. Jüngste Studien fanden heraus, dass Frauen mit großen Brüsten weniger empfindliche Brustwarzen und Brüste haben als solche mit kleineren, vielleicht weil die Nervenenden auf einer größeren Fläche verteilt sind. Wahrscheinlich spielt aber die emotionale Einstellung einer Frau zu ihren Brüsten eine größere Rolle in Bezug darauf, ob sie die Stimulation genießen kann, als deren Empfindlichkeit auf physische Stimulation an sich. Ihr Partner tut gut daran, die Empfindlichkeit der Brüste einer Frau nicht allein aufgrund der Größe zu beurteilen.


Stimulation der Brust


Wie stimuliert man die Brust einer Frau? Das hängt natürlich von der Frau ab, aber generell ist ein sanftes Vorgehen sicher der richtige Weg. Frauen genießen es oft, wenn ihre Brüste mit Liebe überschüttet werden, was in diesem Zusammenhang sanftes Lecken und Knabbern sowie Zärtlichkeiten mit Lippen, Zunge und Finger bedeutet. Befassen Sie sich mit der ganzen Brust, nicht nur mit den Brustwarzen. Nehmen Sie sich Zeit dafür. Verwenden Sie Körperlotion oder Öl und massieren Sie es in die Brust ein. (Bitte in diesem Zusammenhang die Unverträglichkeit von Öl und Latexkondomen beachten. Anm.d. Ü.) Ihre Genitalien können auf die Bruststimulation reagieren; wenn sie es tun, ist das eine gute Möglichkeit, die sexuelle Freude zu verlängern. Es ist nicht wahrscheinlich, dass sie allein davon einen Orgasmus bekommt, aber es kann außerordentlich genussvoll für sie sein. Denken Sie an ihren Menstruationszyklus, wenn sie Spannungen in der Brust spürt. (Einen Menstruationskalender zu führen ist eine gute Idee für Frauen, die ihren Partner über die periodischen Veränderungen in ihrem Körper informiert halten wollen.) Beachten Sie auch, dass es Frauen gibt, die gleichzeitige Stimulation von Brustwarze und Klitoris benötigen, um zum Orgasmus zu gelangen.


Es gibt Frauen, die intensive bis hin zu schmerzvoller Bruststimulation genießen, aber das muss vorher besprochen werden, bevor es ausprobiert wird. Der Genuss der intensiven Stimulation dürfte auch mehr mit der Freisetzung von Oxytocin und Prolactin zu tun haben als mit dem Genuss von Schmerz an sich. Die Hormone, die beim Sex freigesetzt werden, senken die Schmerzempfindlichkeit beträchtlich. Intensive Stimulation der weiblichen Brustwarzen kann zu einem Anstieg dieser Hormone führen, was einen deutlichen Effekt auf die Genitalien haben kann. Einige Frauen entdecken, dass es ihnen gefällt, ihre Brüste grob zu behandeln, wenn sie masturbieren, und sie werden ihren Partner oder ihre Partnerin darüber informieren und ihm oder ihr zeigen, wie sie das mögen. Gehen Sie mit den Brüsten nicht wie mit Teig um, den sie kneten, und beißen Sie weder in die Brust noch in die Brustwarzen, es sei denn, Ihre Partnerin sagt ausdrücklich, dass sie diese Stimulation schätzt. Einige Frauen genießen so etwas, aber es ist definitiv nichts, was alle Frauen mögen, und selbst die, die es wollen, müssen in der richtigen Stimmung dazu sein, um es genießen zu können.


Frauen erleben ihre Brüste als extrem wichtig. Manchmal können sie es sogar genießen, stimuliert zu werden, selbst wenn dies für sie selber nicht besonders erregend ist. Der Genuss für ihren Partner und seine Freude an ihren Brüsten kann einer Frau emotional sehr viel bedeuten. Das ist der Grund, warum es wichtig ist, die Brüste auf dem Weg zu Vulva und Klitoris nicht zu übergehen. Einige Frauen tabuisieren ihre Brüste aus emotionalen Gründen, meistens aus Unsicherheit über deren Größe. Frauen mit kleinen Brüsten, die wattierte oder Push-up-BHs tragen, mögen davor zurückscheuen, ihren Partnern deren wahre Größe zu enthüllen. Diese BHs sind, wenn sie aus Unzufriedenheit mit der eigenen Brustgröße täglich getragen werden, für die sexuelle Intimität ungefähr so förderlich wie vorgetäuschte Orgasmen.


Welche Brustgröße wird bevorzugt?


Aber jeder zieht doch große Brüste vor, stimmt’s? Falsch. Ja, große Brüste sind Sexsymbole und sie ziehen enorme Aufmerksamkeit an, aber sie werden nicht von jedermann in gleicher Weise geliebt. Erstens ist Größe relativ. Für die einen ist groß alles über Cup A, für andere ist alles unter Cup D klein. Der statistische Durchschnitt liegt zwischen B und C. Aber natürlich will in unserer Konkurrenzgesellschaft niemand nur Durchschnitt oder darunter sein. Bedauerlicherweise setzen wir Cup A mit der Note ungenügend, Cup D mit sehr gut gleich. Dies führt zu Fehleinschätzungen und zu falschen Selbsteinschätzungen bei Frauen.


Welche Größe bevorzugen Männer und Frauen denn nun wirklich? Nun, das ist wirklich individuell verschieden. Im Gegensatz zu dem, was viele Magazine berichten, ändern sich persönliche Vorlieben nicht monatlich. Eine Studie fand heraus, dass 25% der Männer große Brüste bevorzugen, der gleiche Anteil kleine. Die verbleibenden 50% bevorzugten andere körperliche Eigenschaften oder hatte keine Präferenzen. Einige werden von Brustwarzen angezogen, insbesondere wenn sie groß und erigiert sind. Andere bevorzugen Frauen mit kleinen oder gar nicht entwickelten Brüsten, mehr als man erwarten würde.


Meiner Erfahrung nach finden Männer Frauen aus vielen Gründen attraktiv, aber die Größe der Brust hat wenig Bedeutung. Tatsächlich hatte die Mehrheit der Frauen, die meine männliche Kollegen attraktiv und begehrenswert fanden, kleine Brüste. Als ich mit diesen Frauen sprach, entdeckte ich manchmal, dass sie sich selbst nicht begehrenswert fanden und dies an ihrer geringen Brustgröße festmachten. Das war sogar bei überaus begehrten Frauen der Fall. Was an einer Frau als attraktiv empfunden wird, ist ein komplexes Thema und hängt vom Einzelnen ab. Große Brüste ziehen viel Aufmerksamkeit auf sich, aber nicht notwendigerweise Frauen mit großen Brüsten. Da besteht ein großer Unterschied!


Eine sich selbst erfüllende Prophezeihung


Wenn große Brüste kein großes Thema sind, warum bekommen sie dann so viel Aufmerksamkeit? Es handelt sich hierbei um eine sich selbst erfüllende Prophezeihung. Die Gesellschaft, insbesondere die Massenmedien sagen, dass sie besser sind, deshalb sind sie es. Wir sind darauf programmiert, große Brüste wahrzunehmen und zu bewundern. Wir nehmen Brüste unterschiedlicher Größe wahr, aber wir reagieren unterschiedlich darauf. Es wird von uns erwartet, dass wir auf große Brüste reagieren, und wir tun es häufig offen. Schauspielerinnen und Models mit großen Brüsten bekommen viel Aufmerksamkeit, und ihre Brüste erfahren genauso viel Aufmerksamkeit, weil es erwartet wird. Genauso bekannte Frauen mit kleinen Brüsten erfahren ebenfalls viel Aufmerksamkeit, aber in anderer Hinsicht, ihre Brüste werden nicht erwähnt oder hervorgehoben. Generell werden die Brüste dieser Frauen übersehen, weil sie klein sind. Gegenwärtig übertrifft die Zahl populärer Schauspielerinnen und Models mit kleinen Brüsten diejenigen mit großen bei weitem, wir sind nur darauf trainiert, es nicht zu bemerken.


In einigen Fällen, in denen wir große Brüste erwarten oder herbeisehnen, ist es eben gerade nicht so. Das trifft beispielsweise auf Supermodels wie Cindy Crawford und Kathy Ireland zu. Sie sind Supermodels, also erwarten wir bei ihnen supergroße Brüste, auch wenn sie in Wirklichkeit durchschnittlich große Brüste haben. Wir wurden oft durch Push-up-BHs, strategisch günstig platzierte Klebebänder, Hände und Arme zum Narren gehalten. Oft zwingen wir die Realität dazu mit unseren Erwartungen übereinzustimmen.


Große Brüste und Pornos


Und was ist mit all diesen großbusigen Frauen in Pornos, fragen Sie? Bei all diesen silikonverstärkten Brüsten im Sexunterhaltungsgeschäft heute müsste man annehmen, jedermann bevorzuge große Brüste. Ich glaube, der springende Punkt ist, dass wir hier von Sex sprechen. Große Brüste werden als sexuell interessant angesehen, also werden Frauen mit großen Brüsten als sexuell interessant angesehen, und im Ergebnis glaubt man, sie hätten ein größeres sexuelles Bedürfnis. Sex zieht Sex an. Oberflächlich betrachtet mag es einleuchtend klingen, aber es stimmt nicht. Populäre Herrenmagazine heben häufig große Brüste hervor. Also sind große Brüste sehr beliebt, richtig? Falsch, denn es bedeutet lediglich, dass die, die diese Magazine kaufen, eher große als kleine Brüste bevorzugen oder sich einfach nicht um die Brustgröße der Models kümmern. Was ist mit all den Männern und Frauen, die diese Magazine nicht kaufen? Gegenwärtig wird auch das erfolgreichste Herrenmagazin nur von einem winzigen Bruchteil der Bevölkerung gekauft. Den Absatz von Herrenmagazinen und Erwachsenenvideos zu untersuchen ist keine stringente Methode, um herauszufinden, was Männer oder Frauen als wünschenswert ansehen.


Die Rolle des Internets


Das Internet hat einen großen Einfluss auf den Zugang der Bevölkerung zu explizit sexuellem Material genommen. Da es sich um eine Privatangelegenheit handelt, kann jeder seine Wünsche und Vorstellungen frei äußern. Im Ergebnis haben viele Frauen mit kleinen Brüsten genauso wie solche mit großen Brüsten viel Aufmerksamkeit bekommen. In einigen Fällen haben Frauen mit wenig oder nicht entwickelten Brüsten Bilder von sich veröffentlicht und gedacht, dass sie kaum jemand zur Kenntnis nimmt. Sie erwarteten, dies bestätigt zu bekommen, und bekamen etwas ganz anderes. Sie fanden Männer und Frauen, die sie begehrten, weil sie kleine Brüste hatten, nicht trotzdem. Die Frauen waren oft überrascht, dies zu erfahren, da ihnen während ihres bisherigen Lebens immer erzählt wurde, sie seien deswegen nicht begehrenswert. Jetzt gibt es Frauen, die wegen ihrer kleinen Brüste berühmt sind und eine große Fangemeinde haben. Mindestens eine Website, die hauptsächlich Frauen mit kleinen Brüsten vorstellt, hat zehn Millionen Besucher erzielt, von den daraus resultierenden Unmengen an Geld mal abgesehen. Wenn sie ihren Horizont erweitern, werden Frauen herausfinden, dass es keinen Nachteil bedeutet, kleine oder sogar winzige Brüste zu haben. Eine Frau ist nur so attraktiv, wie sie sich fühlt, oder richtiger, wie sie sich selbst erlaubt zu sein. Es ist also mehr eine Sache des Selbstbewusstseins als der Brustgröße.


Warum haben Frauen markante Brüste?


Wissenschaftler haben vielfach versucht zu erklären, warum unter den Säugern der Mensch der einzige Vertreter ist, bei dem die Weibchen auch dann Brüste haben, wenn sie nicht stillen. Bei allen anderen Arten entwickeln sich die Brüste während der Schwangerschaft und Stillzeit, nicht während der Pubertät. Es gibt keinen ersichtlichen Grund dafür. Wenn sich die Brüste einer Frau während der Pubertät nicht entwickeln, ist sie trotzdem in der Lage, genug Milch für ihre Kinder zu produzieren. Gelehrte Männer haben vermutet, dass Frauen Brüste durch natürliche Auslese entwickelt haben, da sie Fortpflanzungsvorteile bieten. Demnach seien Frauen mit Brüsten begehrenswerter, sie hätten mehr Verehrer und pflanzten sich hierdurch häufiger fort. Der Haken ist, dass die Theorie nur auf den Idealen der modernen westlichen Gesellschaft beruht. Sie übersieht die Tasache, dass die Brustgröße in den meisten Gesellschaften selten von großen Wichtigkeit war. In der Mehrheit der Gesellschaften gilt die Brust lediglich als eine Nahrungsquelle für die Nachkommen. Ich habe von keinem Fall gehört, in dem eine Frau mit kleinen Brüsten nicht in der Lage war, einen Partner zu finden. Ich glaube, der Grund für die Entwicklung der Brüste während der Pubertät ist die Nebenwirkung einer biologischen Notwendigkeit, die nicht sichtbar ist. Vielleicht ist der Grund einfach nur, dass der Östrogenspiegel der Frau höher ist als der anderer Säugetierweibchen. Während der meisten Zeit ist eine Brust einfach nur eine Brust.


 (9K)
Ein Beispiel einer jungen Frau mit zwei normalen Brüsten, die
unterschiedlich groß sind. Das macht sie einmalig, individuell -
nicht etwa deformiert.


Unrealistische Erwartungen


Das obige Foto wurde aus zwei Gründen aufgenommen: erstens, um zu zeigen, bis zu welchem Grad die Abweichung bei der Brustgröße bei einer Frau "normal" ist, und zweitens in der Hoffnung, dass es Frauen dazu bringen kann, eine andere, liebevollere Perspektive einzunehmen, wenn sie ihre eigenen Brüste betrachten. Die weibliche Brust ist ein weithin sichtbares soziales Sexsymbol, daher ist sie auch die Hauptquelle der Verunsicherung einer Frau über ihren eigenen Körper. Häufig wird sie im öffentlichen und im Privatleben über ihre Brüste definiert. Sowohl Männer als auch Frauen fühlen sich berufen, Kommentare über sie abzugeben. Frauen mit kleinen Brüsten beneiden häufig solche mit großen Brüsten und umgekehrt. Eine Frau mit Brüsten, die Bewunderung auf sich ziehen, wird unabhängig von deren Größe etwas an ihnen auszusetzen finden. Das gilt auch für Frauen, die von ihren Mitmenschen bereits als attraktiv empfunden werden. Schauspielerinnen und Models unterziehen sich Brustvergrößerungen, obwohl sie bereits als attraktiv gelten, weil sie glauben, sie seien weniger attraktiv, als sie sein könnten oder sollten. (Mit zunehmender Brustgröße sinkt aber manchmal auch die Popularität wieder.) Während die Größe der Brust der häufigste Grund zur Sorge ist, stellen auch andere Faktoren wie ihre Härte, Brustwarzen- und Warzenhofform und -farbe, Ausrichtung und Form bei Frauen einen Anlass zur Sorge dar. Wir sollten dennoch nicht aus den Augen verlieren, dass viele Frauen ihre Brüste unabhängig von deren Größe und Form mögen. Brüste machen aus ihnen sichtbar eine Frau, und sie genießen es, eine Frau zu sein. Es ist interessant zu sehen, dass die Autorin des Buches Breasts: Our most public private parts (etwa: Brüste: unsere öffentlichsten Geschlechtsmerkmale), Meema Spadola, zur gleichen Schlussfolgerung kam wie ich: Brüste sind für Frauen wichtiger als für Männer!

Frauen urteilen oft extrem ungnädig über ihre Brüste, weit mehr als Männer. Sie messen sie an einem unrealistischem Ideal. Sie wurden zu der Überzeugung gebracht, sie sollten perfekt runde Brüste haben, die gerade aus dem Brustkorb herausstehen und nicht herunterhängen. Brüste können überaus vielfältige Formen haben, die runde ist eine davon, wahrscheinlich nicht die häufigste. Sind sie rund, straff und nach vorne gerichtet, so sind sie vermutlich klein. Das ist eine von der Schwerkraft diktierte Tatsache. Ich würde vermuten, die meisten Brüste fallen flach ab oder sind nach innen gewölbt (konkav) und nur an der Unterseite gerundet. Das obige Foto gibt ein Beispiel für zwei häufig vorkommende Formen nebeneinander. Frauen betrachten die zweite Form als flachbrüstig, nicht als normal und begehrenswert. Ich habe viele Fälle gesehen, wo dies der Fall war. Bei dem extremen sozialen Druck, unter dem Frauen stehen, ist es oft schwierig, sie davon zu überzeugen, dass sie wunderschöne Brüste haben, wenn sie selbst vom Gegenteil überzeugt sind.

BH´s: Schlecht für die Gesundheit?


Das ist ein kniffliges Thema und wird kontrovers diskutiert. Es ist zur Zeit sehr schwierig, Dichtung und Wahrheit zu trennen. Trotzdem gibt es zunehmend medizinische Hinweise, dass BHs schlecht für Gesundheit und Wohlbefinden sein können. Einen BH zu tragen kann zu schmerzvoller Zystenbildung führen und andererseits das Erschlaffen der Brust eher auslösen als verhindern. Bitte besucht die (englischsprachigen) Links für den neuesten Stand. Egal, ob diese Meinungen wahr sind oder nicht: Es gibt keinen medizinischen Vorteil, der dafür spricht, BHs zu tragen, es ist vielmehr eine Frage der persönlichen Vorliebe, obwohl hier auch sozialer und gesellschaftlicher Druck eine große Rolle spielt.

Breastnotes.com: The "Purpose" of the Bra

Bra Disease Timeline - Susun Weed website

Bras and Breast Cancer - Women Who Wear Bras Versus Those That Do Not

Anti-Perspirants -- Not a Breast Cancer Risk



Klicke auf die Bilder, um sie in voller Größe zu sehen



Aus dem Buch The Johns Hopkins Atlas of
Human Functional Anatomy Fourth Edition

Copyright 1977,1980, 1986, 1997 The Johns Hopkins University Press
Edited By: George D. Zuidema, M.D.
ISBN 0-8018-5651-5
ISBN 0-8018-5652-3 Pbk.

Breast Anatomy 10 (201K) Breast Anatomy 11 (227K)

Breast Anatomy 12 (164K)



Aus dem Buch "Clinical Anatomy Principles"
Pages 55, 56.
Author: Lawrence H. Mathers, Jr. ... [et al].
Copyright 1996 by Mosby - Year Book.
ISBN 0-8016-6356-3 (hardcover) ISBN 0-8151-1749-3 (package)

Breast Anatomy 1 (133K) Breast Anatomy 2 (94K)


Aus dem Buch "Atlas of Human Anatomy"
Pages 153.
Author: Luis Lopez-Antunez, M.D. ... [et al].
Illustrated By: Luis Amendolla Gasparo.
Copyright 1971 by W.B. Saunders Company.
ISBN 0-7216-1300-4

Breast Anatomy 3 (257K)


Aus dem Buch "Clinical Anatomy Atlas"
Pages 8, 9, 10.
Editor: Emma D. Underdown.
Copyright 1996 by Mosby - Year Book.
ISBN 08151-4012-6

Breast Anatomy 4 (46K) Breast Anatomy 5 (85K) Breast Anatomy 6 (120K)

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